Robonomics will Sudo abschaffen und auf ein OpenGov mit zwei Tracks umstellen
Robonomics, eine Polkadot-Parachain fuer IoT und cyber-physische Systeme, hat im Polkadot-Forum einen Governance-Vorschlag vorgelegt, veroeffentlicht am 22. September 2026 von einem Teammitglied unter dem Namen ensrationis. Runtime 50 laeuft auf Polkadot, und Version 5.1 soll Sudo — derzeit bei einem Entwickler-Multisig — durch regulaeres OpenGov ersetzen.
Genannt werden benchmarkte Standard-Pallets des Polkadot SDK: pallet-referenda, pallet-conviction-voting, pallet-whitelist, pallet-preimage und pallet-scheduler. Bewusst weggelassen wird die Struktur ringsum — kein Council, keine Fellowship, keine Treasury-Tracks.
Es gibt nur zwei Tracks. Root: bis zu 14 Tage Entscheidungsdauer, Zustimmung gleitend von 90 auf 51 Prozent, Unterstuetzung von 50 auf 15 Prozent, ein Referendum gleichzeitig. Whitelisted Caller: bis zu 3 Tage, Zustimmung 99 bis 80 Prozent, Unterstuetzung 2 bis 1 Prozent, zehn gleichzeitig. Ein Root-Referendum kann jeder eroeffnen; XRT-Inhaber stimmen mit Conviction ab, von 1x fuer 7 Tage bis 6x fuer 224 Tage.
Der schnelle Track ist eigens begrenzt. Ein Kernteam-Kollektiv von bis zu sieben Mitgliedern kann mit der Haelfte der Zustimmungen den Hash genau eines Aufrufs auf die Whitelist setzen — was fuer sich nichts ausfuehrt. Der Aufruf braucht weiterhin ein oeffentliches Referendum mit mindestens einem Prozent aller XRT als Ja-Stimmen.
Die Uebergabe erfolgt in zwei Schritten: Die Pallets gehen live, waehrend das Multisig Sudo als Sicherheitsnetz behaelt, und das erste echte Referendum ist ein Runtime-Upgrade, das Sudo entfernt. Der Beitrag fragt andere Parachain-Teams, ob jemand Sudo per Referendum entfernt hat, was man sich als Wiederherstellungspfad gewuenscht haette und wie mit Speicherresten der aelteren 4.x-Governance-Pallets unter denselben Namen umgegangen wurde.

Was das bedeutet
Bemerkenswert ist die Subtraktion. Das auf Polkadot ausgerollte OpenGov traegt viele Tracks und mehrere Gremien; hier bleibt die Abstimmungsmechanik, die Institutionen fallen weg, begruendet mit der geringen Groesse der Community. Das ist ein ehrliches Argument der Passung und selten — die meisten kleinen Chains kopieren die Struktur der grossen und koennen sie dann nicht besetzen.
Bemerkenswert ist auch die selbstbezuegliche Uebergabe: Die Entfernung von Sudo zum ersten Referendum zu machen heisst, die Mechanik ausgerechnet mit jener Handlung zu pruefen, die sich nicht rueckgaengig machen laesst, falls die Mechanik nicht traegt. Das Sicherheitsnetz besteht nur bis zu dieser Abstimmung. Ob die Ein-Prozent-Schwelle bei Whitelist-Aufrufen fuer eine kleine Inhaberbasis praktisch erreichbar ist, ist die Frage, die der Vorschlag implizit stellt — und sie betrifft die Beteiligung, nicht das Design.