Coin Brief ENDE

Was Sicherheit kostet: Blast gibt auf, Arbitrum und CLN gehen in Deckung

Drei Mitteilungen vom 2. Oktober kamen aus sehr verschiedenen Ecken der Kryptowelt, haben aber ein gemeinsames Thema: Die Kosten, ein Netz sicher zu halten, enden nicht mit dem Start, und sie steigen.

Blast hat entschieden, dass sich die Kosten nicht lohnen. Der Ethereum-Layer-2 wird abgeschaltet, weil nach eigenen Worten die laufenden Kosten für den Erhalt der Kette die Einnahmen übersteigen. Die Nutzungseinnahmen lagen im vergangenen Monat bei 1.793 Dollar, gegenüber rund 3,5 Mio. Dollar zum Höhepunkt 2024. CoinDesk weist darauf hin, dass eine Kette auch nach dem Abzug der Nutzer für Entwicklung, Infrastruktur und Sicherheit zahlt und dass eine Serie von Angriffen Sicherheitsausgaben schwerer kürzbar macht. Source: https://www.coindesk.com/tech/2026/10/02/once-a-usd2-billion-ethereum-layer-2-blast-is-shutting-down-after-assets-plunge-98

Arbitrum zahlte mit Funktionalität. Der Security Council sperrte neue Aktivierungen von Stylus-Programmen auf One und Nova und verwies auf zunehmend ausgefeilte, KI-gestützte Angriffe mit handgebautem WebAssembly. Die bekannten Fehler bedrohen die Verfügbarkeit, nicht die Guthaben, und aktive Programme laufen weiter. Zugleich installierte der Council eine Sicherung, die die Abrechnung von One auf Ethereum anhalten kann, falls zwei widersprüchliche Beweise akzeptiert werden. Source: https://cryptoslate.com/arbitrum-pauses-new-stylus-activations-over-ai-assisted-attack-risks

Was Sicherheit kostet: Blast gibt auf, Arbitrum und CLN gehen in Deckung
Was Sicherheit kostet: Blast gibt auf, Arbitrum und CLN gehen in Deckung — Coin Brief

Core Lightning bat seine Betreiber, mit Aufmerksamkeit zu zahlen. Das Team forderte alle mit Version 26.06.7 oder älter auf, so schnell wie möglich zu aktualisieren, nachdem Berichte über gezielte Angriffe auf ungepatchte Nodes eingegangen waren, wie Cointelegraph berichtet. Welche Schwachstellen genutzt werden, sagte das Team nicht. Das Release vom September, auf das es verweist, behob von mehr als einem Dutzend Stellen gemeldete Fehler und hielt bewusst einige Tests zurück, damit die Korrekturen schwerer zurückzuentwickeln sind; im August hatte das Team beschrieben, wie es eine Flut KI-generierter Schwachstellenmeldungen abarbeitete. Source: https://cointelegraph.com/news/core-lightning-urges-upgrade-amid-reports-attackers-targeting-unpatched-nodes

Was sie verbindet. In allen drei Fällen ist der Aufwand kein einmaliges Audit, sondern fortlaufende Arbeit: Meldungen prüfen, Korrekturen ausliefern, Betreiber zum Einspielen bewegen und manchmal Funktionen abschalten. Zwei der drei verknüpfen den Druck ausdrücklich mit KI – bei Arbitrum als Werkzeug der Angreifer, bei Core Lightning als Flut von Meldungen. Blast zeigt, wie die Rechnung aussieht, wenn die Einnahmen diese Arbeit nicht mehr decken.

Für Nutzer sind die praktischen Lehren schlicht. Die Sicherheit eines Netzes hängt davon ab, dass jemand dafür bezahlt wird, sie weiter zu leisten; verschwinden Aktivität und Gebühren, kann dieser Jemand gehen. Node-Betreiber sollten Aufrufe zum sofortigen Update als Teil der Arbeit sehen, nicht als Störung. Und wer Guthaben auf einer kleinen Kette hält, sollte vorher wissen, wie man über die Verträge aussteigt – denn das ist der Weg, der bleibt, wenn die Oberfläche verschwindet.

Geschrieben von Victoria Shinder.