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Lidos Rückkauf hat noch kein LDO gekauft – ein Forumsmodell zeigt warum

Lidos On-Chain-Rückkaufmechanismus NEST läuft seit dem 10. August 2026 und hat laut einem Vorschlag im Lido-Forschungsforum vom 7. Oktober noch kein einziges LDO gekauft. Der Budgetzähler stand Ende September bei −542.451 $. Der Verfasser, Forumsnutzer Kuzmich, hat den Mechanismus modelliert, um zu prüfen, ob Feinjustierung hilft – und kommt zu dem Schluss, dass sie es nicht tut. Der Beitrag ist ein Diskussionsvorschlag, abgestimmt ist nichts; die Rechnung lohnt trotzdem, weil sie zeigt, wie ein Rückkauf so gebaut sein kann, dass er nie auslöst.

Warum NEST nicht kauft. NEST kauft nur, wenn Lidos Staking-Erlöse eine Reserve von 40 Mio. $ übersteigen – fest und unabhängig vom tatsächlichen Budget der DAO. Mit den aktuellen Modulen ist diese Schwelle laut Rechnung nur gedeckt, wenn ETH über etwa 2.668 $ liegt; jeder schwächere Tag vergrößert das Defizit, und jeder Dollar davon muss erst wieder verdient werden, bevor gekauft wird. Bei konstant 2.700 $ liegt der erste Kauf im Modell 838 Tage entfernt, bei 2.680 $ rund 6,3 Jahre, unter etwa 2.668 $ nie. Über zufällige Preisverläufe kauft NEST in den nächsten zwölf Monaten nur in etwa der Hälfte der Szenarien mindestens einmal.

Warum Stellschrauben nicht helfen. Eine niedrigere Schwelle oder ein höherer Anteil des Überschusses für Rückkäufe kauft zwar mehr – im Modell aber steigt dann auch der Anteil der Käufe in Jahren, die die DAO mit Verlust abschließt. Eine Schwelle von 30 Mio. $ bei 100 Prozent Anteil und heutigen Ausgaben würde etwa 6,9 Mio. $ LDO im Jahr kaufen, während der Gewinn der DAO vor Rückkäufen nur rund 1,3 Mio. $ beträgt – „spending the treasury, not distributing profit“, so der Verfasser. Und weil die Schwelle nicht an die Ausgaben gekoppelt ist, kommen Einsparungen nie bei den Rückkäufen an: Bei 10, 20 oder 30 Prozent weniger Ausgaben kauft NEST weiter rund 2,15 Mio. $ im Jahr.

Lidos Rückkauf hat noch kein LDO gekauft – ein Forumsmodell zeigt warum
Lidos Rückkauf hat noch kein LDO gekauft – ein Forumsmodell zeigt warum — Coin Brief

Was vorgeschlagen wird. Kern ist, das Foundations-Budget für 2027 auf rund 30 Mio. $ zu senken, etwa 30 Prozent unter den aktuellen 43,8 Mio. $, und in derselben Abstimmung die NEST-Schwelle dem genehmigten Budget gleichzusetzen. Dann steigen die Rückkäufe im Modell von 1,58 Mio. $ bei heutigen Ausgaben auf 4,28 Mio. $ bei 30 Prozent Kürzung, und der Anteil der Käufe in Verlustjahren bleibt bei etwa 5 bis 8 Prozent; bei 2.700 $ wäre das bestehende Defizit in rund 40 Tagen getilgt. Weitere Schritte: die Schwelle nur zusammen mit dem Budget ändern, Budgetanträge mit einer Schätzung der daraus folgenden Rückkäufe veröffentlichen, ein eigenes Aufstockungsprogramm für NEST, gekaufte LDO nicht für Auszahlungen an Mitwirkende verwenden und später ein quartalsweiser Abgleich mit den tatsächlichen Ausgaben. Außerdem nennt der Verfasser Posten außerhalb des Budgets wie 6,06 Mio. $ an Kosten im Zusammenhang mit Kelp, die gesondert zu behandeln wären.

Der allgemeine Punkt. Ein Rückkauf, der an eine feste Erlösschwelle gebunden ist, ist ein Versprechen unter Preisvorbehalt. Ob Lidos DAO den angebotenen Tausch annimmt – weniger Ausgaben gegen Rückkäufe, die tatsächlich stattfinden –, ist eine Governance-Frage; der Beitrag des Modells ist, zu zeigen, dass das Ergebnis des Mechanismus in der jetzigen Form fast nur davon abhängt, dass ETH über einer Linie bleibt, die die DAO nicht steuert.

Quelle: Lido-Forschungsforum, „NEST: tying the buyback threshold to the approved budget“ (7. Oktober 2026) — https://research.lido.fi/t/nest-tying-the-buyback-threshold-to-the-approved-budget/11982

Geschrieben von Victoria Shinder.