Coin Brief ENDE

Binance beziffert Hack auf 6,3 Mrd. Dollar, Ursache ein Laptop

Der größte Diebstahl in der Geschichte der Kryptowährungen geschah am Donnerstagabend, und am Freitagmorgen bestätigte Binance ihn mit eigenen Worten. In einem „Security Incident Update“ vom 30. Oktober um 02:23 UTC schätzte die Börse den Gesamtschaden auf rund 6,3 Milliarden Dollar; etwa 3 Milliarden seien mit Hilfe von Blockchain-Partnern eingefroren.

Nach Angaben von Binance deutet die erste Untersuchung auf einen kompromittierten Laptop eines DevOps-Ingenieurs hin. Darüber erhielt der Angreifer Zugang zu einem Service-Container, von dem aus nicht autorisierte Auszahlungen abgesetzt wurden. Hinweise auf abgeflossene private Schlüssel der Wallets habe die Börse nicht gefunden. Als Sofortmaßnahmen setzte sie Einzahlungen und Auszahlungen vorübergehend aus, entzog der betroffenen Adresse die Berechtigung und schaltete Strafverfolgung und Blockchain-Analysefirmen ein. Binance will alle Verluste aus dem Secure Asset Fund for Users und Firmenmitteln decken, erklärt die Nutzergelder für sicher und kündigt nach Abschluss der Untersuchung einen aktualisierten Reservenachweis und einen technischen Bericht an.

Die Abflüsse begannen gegen 20:20 UTC am 29. Oktober, als Hot Wallets von Binance laut On-Chain-Auswertungen, auf die sich CoinDesk und Decrypt stützen, große Mengen Ether, Stablecoins und rund 18.270 Bitcoin an neue Adressen schickten. Tether-Chef Paolo Ardoino sagte, sein Unternehmen habe mehr als 1,57 Milliarden USDT eingefroren, Circles Jeremy Allaire nannte mehr als 800 Millionen USDC. Analysefirmen wie TRM Labs und Blockaid sehen Merkmale nordkoreanischer Hacker; Binance selbst hat den Angriff niemandem zugeschrieben. Der bisherige Rekord waren die rund 1,5 Milliarden Dollar, die im Februar 2025 bei Bybit erbeutet wurden.

Binance beziffert Hack auf 6,3 Mrd. Dollar, Ursache ein Laptop
Binance beziffert Hack auf 6,3 Mrd. Dollar, Ursache ein Laptop — Coin Brief

Was das bedeutet

Binances Darstellung beantwortet die erste Frage, wie der Angreifer hineinkam, aber nicht das Detail, das für jede andere Börse zählt: was der Service-Container signieren durfte und warum seine Auszahlungen nicht von Limits oder Prüfungen gestoppt wurden. Bis Freitagmorgen hatte die Börse nicht mitgeteilt, wann Auszahlungen wieder möglich sind. Das Versprechen, die Verluste zu decken, hängt an Binances eigener Bilanz, die laut Börse ausreicht; der angekündigte Reservenachweis wird die erste unabhängige Probe.

Geschrieben von Victoria Shinder.