ERC-8403-Entwurf: alle Schlüssel eines Kontos als ein Hash, dann Post-Quanten-Schlüssel
Ein Entwurf für einen Ethereum-Standard, ERC-8403, wurde am 11. Oktober von seinem Autor, der im Forum als AnkushinDaniil schreibt, bei Ethereum Research vorgestellt. Es ist ein Einzelentwurf, kein angenommener Standard, und der Beitrag endet mit offenen Fragen. Er setzt an einer Lücke an, die native Account Abstraction lässt: Ein Konto darf viele Schlüssel halten, aber nichts Standardisiertes sagt, was Hinzufügen oder Widerrufen eines Schlüssels bedeutet. Jedes Kontomodell legt das selbst fest, und Wallets müssen allen folgen.
Eine Wurzel für alles. Jede Berechtigung – ein Signaturschlüssel oder eine Regel wie ein Ausgabelimit oder eine Sperrfrist – ist ein Blatt: der Hash aus einer festen 32-Byte-Slotkennung und dem, was das Konto prüft (bei einem Schlüssel dessen öffentlicher Schlüssel). Das Konto legt sich auf den Baum dieser Blätter als eine 32-Byte-Wurzel fest. Eine Transaktion bringt einen Mitgliedschaftsbeweis mit, dass ihr Blatt unter der Wurzel liegt, und einen Zeugen, dass der Inhaber des Blatts zugestimmt hat, etwa eine Signatur über den Transaktionshash. Hinzufügen, Rotieren und Widerrufen sind dieselbe Operation: eine neue Wurzel schreiben. Die Adresse ändert sich nie. Der Entwurf bindet die Prüfung an die Frame-Transaktionen aus EIP-8141 und informativ an den Keystore aus EIP-8130.
Der Zielkonflikt, den der Autor offen nennt: wie schnell ein Widerruf greift. Stufe 1 liest eine aktuelle Wurzel, die die Transaktion benennt (über EIP-8272), und keinen veränderlichen Speicher – so bleibt die Prüfung günstig genug für den öffentlichen Mempool. Ein widerrufener Schlüssel funktioniert aber weiter, bis die alte Wurzel aus diesem Fenster fällt. Stufe 2 liest die aktuelle Wurzel aus dem Kontospeicher; ein Widerruf wirkt ab dem nächsten Block, die Prüfung ist dann aber nicht mehr günstig.
Die Demo des Autors auf zwei lokalen Nethermind-Knoten macht den Preis sichtbar: Von sieben Versuchen mit widerrufenen Schlüsseln, fremden Beweisen und gefälschten Daten gelang einer – gegen das Konto der Stufe 1, innerhalb seines Fensters –, während das Konto der Stufe 2 sofort ablehnte. Wer schnellen Widerruf braucht, muss laut Beitrag Stufe 2 nehmen.

Andere Chains und Wiederherstellung. Die Schlüsselmenge liegt auf einer Heimat-Chain; anderswo bringt eine Transaktion einen Speicherbeweis mit, dass die Wurzel im Slot des Kontos daheim liegt, geprüft gegen eine dort bereits importierte Heimat-Wurzel. Wie diese ankommt, überlässt der Entwurf bestehenden Mechanismen. Hält das Konto die Blattdaten im eigenen Speicher, kann eine Wallet, die alles verloren hat, den Baum von jedem Knoten neu aufbauen.
Post-Quanten-Schlüssel. EIP-8288 holt große hashbasierte Signaturen aus dem Block und beweist sie mit einem rekursiven STARK pro Block; der Autor nennt 3.000 Gas pro leanSPHINCS-Prüfung im aktuellen Entwurf. ERC-8403 liefert, was EIP-8288 offenlässt: welcher Schlüssel signieren darf und wie man von secp256k1 auf einen Post-Quanten-Schlüssel wechselt, ohne die Adresse zu ändern – der neue Schlüssel ist einfach ein weiteres Blatt. Mit einem echten Post-Quanten-Schlüssel hat der Autor diesen Schritt noch nicht laufen lassen, und er nennt eine Lücke: Ein Testfall in EIP-8288 verlangt eine Transaktion, deren Hash sich selbst enthalten müsste; ein offener Pull Request schlägt eine Lösung vor.
Ein optionaler zweiter Schritt verlagert die ganze Prüfung in einen Beweis, sodass die Chain nicht mehr sieht, welcher Schlüssel signiert hat. Gemessen außerhalb eines Knotens mit leanVM: etwa 0,1–0,3 s zum Beweisen auf einem 12-Kern-Server, Beweise von 162–235 KiB und 30.000 statt rund 3.000 Gas – noch ohne Privatsphäre, denn leanVM-Beweise sind nicht Zero-Knowledge.
Quelle: Ethereum Research, ERC-8403: an account as one hash, and post-quantum keys, 11. Oktober 2026 — https://ethresear.ch/t/erc-8403-an-account-as-one-hash-and-post-quantum-keys/26147