Erigon 3.7 rechnet Zustandswurzeln parallel und speichert Belege
Erigon 3.7.0, erschienen am 25. September, ist die Fassung des Ethereum-Clients für dieselbe Frist, die geth zwei Tage zuvor angekündigt hat: Das Upgrade Glamsterdam - Amsterdam auf der Ausführungsebene und Gloas im eingebauten Konsens-Client Caplin - ist auf dem Testnetz Sepolia terminiert, und Sepolia-Knoten müssen vor dem 6. Oktober 2026, 13:53:36 UTC, aktualisiert sein.
Im Mittelpunkt stehen Leistungsänderungen. Parallele Commitment-Berechnung ist jetzt standardmäßig aktiv: Die Zustandswurzel wird auf mehreren Kernen berechnet, die Arbeit über Konto- und Speicher-Tries verteilt; abschalten lässt sich das mit --experimental.parallel-commitment=false. RPC-Aufrufe wie eth_getLogs, eth_feeHistory und eth_getProof sind schneller, mit weniger CPU- und Speicherbedarf bei großen Antworten. Und neue Datenverzeichnisse speichern Belege standardmäßig, sodass Abfragen von Belegen und Logs im Aufbewahrungsfenster keine erneute Blockausführung mehr brauchen - auf Kosten von mehr Speicherplatz.
Mehrere Änderungen können bestehende Installationen brechen. Die neue Voreinstellung für Belege gilt nur für neue Datenverzeichnisse; sie bei einem bestehenden zu ändern, erfordert ein neues. Binärdateien und Docker-Images verlangen jetzt x86-64-v2-Prozessoren mit SSE4.2 und POPCNT. Polygon-Kettennamen und -Flags werden nicht mehr akzeptiert. Ein null in einem Pflichtargument von JSON-RPC liefert nun den Fehler -32602, statt still zu null zu werden, wie bei geth. erigon_getLogs benennt timestamp in blockTimestamp um. Knoten, die Caplin ohne Checkpoint-Sync betreiben, müssen es ab Genesis neu synchronisieren, sofern kein finalisierter Zustand lokal gespeichert ist. Delegierte Absender nach EIP-7702 dürfen nur noch eine offene Transaktion im Pool haben.

Was das bedeutet
Für Betreiber ist das Sepolia-Datum der Fixpunkt, und es steht nun in den Release-Notizen von mindestens zwei Ausführungs-Clients. Client-Vielfalt schützt ein Netz nur, wenn jeder Client den Fork rechtzeitig ausliefert, und Testnetze sind der Ort, an dem das geprobt wird.
Die Änderung bei den Belegen ist die mit Rechnung. Schnellere Log-Abfragen ohne Neuausführung wollen Indexer und RPC-Anbieter, doch Betreiber von Archivknoten sollen die zusätzliche Historie einplanen. Weil sich die Einstellung bei einem bestehenden Verzeichnis nicht umstellen lässt, fällt die Entscheidung beim Aufsetzen eines Knotens, nicht später.