Liquid-Auszahlungen fünf Wochen nach dem Exploit gestoppt; rund 602 BTC fehlen
Wer Bitcoin auf der Sidechain Liquid hält, kann LBTC weiterhin nicht in BTC zurücktauschen. Am 12. Oktober steht auf dem Liquid-Blog der Hinweis „LBTC peg-out operations remain paused" – mehr als fünf Wochen, nachdem ein Angreifer am 6. September den Großteil der Bitcoin-Reserve der Föderation abgezogen hatte. Transaktionen auf Liquid selbst laufen nach dem Neustart einer bereinigten Chain wieder; der Ausgang zu Bitcoin nicht.
Was geschah. Laut Blockstreams Vorfallsanalyse, erstmals am 23. September veröffentlicht, nutzte um 13:53 UTC am 6. September eine einzige Transaktion einen Fehler darin aus, wie Elements – die Software hinter Liquid – Ergebnisse der Rangeproof-Prüfung zwischenspeichert. Sie erzeugte rund 4.000 LBTC ohne Deckung. 36 Minuten später waren die ungedeckten Token über SideSwap, ein Föderationsmitglied mit Auszahlungsrecht, gegen rund 4.000 echte BTC eingelöst. Weitere kleinere Auszahlungen drückten die Reserve von etwa 4.205 auf 197 BTC, bevor die Bridge-Knoten um 18:26 UTC angehalten wurden. Der Angreifer meldete sich on-chain und gab am 7. September 3.400 BTC zurück; rund 602 BTC stehen noch aus. Andere Liquid-Assets, darunter USDt, waren nicht betroffen.
Zwei Fehler, nicht einer. „Bug A" stammt aus einer Änderung von 2018, die Asset-Commitment und Script aus dem Cache-Schlüssel entfernte; ein zwischengespeichertes „gültig" konnte so in einem Kontext wiederverwendet werden, in dem der Beweis nicht galt. Der Fehler wurde in diesem Sommer gemeldet und behoben; am 11. August liefen 13 von 15 Functionaries mit dem Fix. Der Fix selbst brachte „Bug B": Die Felder wurden ohne Längenpräfix in den Hash geschrieben, sodass eine gezielt ausgerichtete Bytefolge mit einem früheren Cache-Eintrag kollidieren konnte. Manuelle Prüfung, KI-gestützte Prüfung und die Analyse des externen Forschers übersahen ihn laut Blockstream gleichermaßen. Den bösartigen Block akzeptierten nur Knoten, deren Cache den passenden Eintrag enthielt.

Das zweite Versagen. Auszahlungen brauchen einen Peg-out Authorization Key. Die Charta der Föderation verlangt, die empfangende Wallet offline zu halten, damit freigegebene BTC eine Weile im Cold Storage liegen – ein Zeitfenster, um genau so etwas zu bemerken. Nach der Analyse und SideSwaps eigener Erklärung hielt SideSwap seinen Signierschlüssel online, leitete BTC im selben Block an den Kunden weiter und setzte weder Größen- noch Tempolimits; ein Auftrag über einen großen Teil aller LBTC lief ohne Prüfung durch.
Fix und offene Frage. Mit Elements v23.3.4 kam binnen Tagen eine gehärtete Version. Die Blockproduktion läuft wieder, Auszahlungen bleiben bis zur letzten Wiederherstellungsphase gesperrt. Einen Termin für die Wiederöffnung hat Blockstream nicht genannt – und solange in der Reserve rund 600 BTC fehlen, ist die Frage, wie diese Lücke vor dem Neustart der Einlösungen geschlossen wird, die, auf die Nutzer warten.
Quelle: Liquid Network, Analyse des Sicherheitsvorfalls — https://blog.liquid.net/liquid-network-security-incident-assessment/