EU-Aufseher: Gemeinsames Programm 2027 setzt auf DORA und neue Technik
Der Gemeinsame Ausschuss der Europäischen Aufsichtsbehörden – der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA), der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) und der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) – hat am 13. Oktober 2026 sein Jahresarbeitsprogramm für 2027 veröffentlicht. Es umfasst die Felder, auf denen die drei Behörden nach eigener Aussage zusammenarbeiten müssen: Finanzstabilität, Verbraucherschutz und wirksame Aufsicht über Sektoren hinweg.
Die genannten Prioritäten. Die ESAs nennen fünf: digitale operationale Resilienz, technologische Innovation, nachhaltige Finanzen, Verbriefung und sektorübergreifende Risikobeobachtung.
DORA als operativer Kern. Nach dem Digital Operational Resilience Act setzen die ESAs ihre Aufsicht über kritische IKT-Drittdienstleister fort und arbeiten weiter daran, den Finanzsektor besser gegen Cyberbedrohungen zu wappnen.
Technik ohne benannten Rechtsrahmen. Der Ausschuss will die Folgen technologischer Entwicklungen bewerten, ausdrücklich auch die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz und „other digital innovations“. Kryptowerte oder MiCA hebt die Mitteilung nicht hervor; für Kryptounternehmen ist in diesem Dokument die allgemeine Zusage zur digitalen Innovation die maßgebliche Zeile.

Verbraucher und Nachhaltigkeit. Der Verbraucherschutz bleibt eine „zentrale Priorität“, mit gemeinsamer Arbeit an Themen, die Privatkunden betreffen. Bei nachhaltigen Finanzen unterstützt der Ausschuss weiter die einheitliche Anwendung des EU-Nachhaltigkeitsrahmens über Sektoren hinweg.
Der politische Rahmen. Das Programm soll die Spar- und Investitionsunion der Europäischen Kommission und ihre Vereinfachungsagenda unterstützen – wirksamere Regulierung und Aufsicht „while reducing unnecessary regulatory burdens“. Dieselbe Seite verweist auf jüngere gemeinsame Arbeiten der ESAs, die dazu passen, darunter ein Aufruf zur Wachsamkeit bei externen Abhängigkeiten, Cyberbedrohungen und Risiken aus Private Credit sowie ein Aufruf zu besserer Governance von IKT-Risiken durch Frontier-KI-Modelle im Finanzsektor.
Das vollständige Jahresarbeitsprogramm 2027 des Gemeinsamen Ausschusses ist zusammen mit der Mitteilung veröffentlicht.
Quelle: ESMA, „European Supervisory Authorities set priorities for 2027“ — https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/european-supervisory-authorities-set-priorities-2027