Coin Brief ENDE

FSB zeigt, wie ein Run auf globale Stablecoins Grenzen überschreiten könnte

Das Financial Stability Board hat für die G20 die Notiz „Global Stablecoin Arrangements: Cross-border vulnerabilities and financial stability monitoring“ veröffentlicht, datiert auf den 12. Oktober 2026. Sie fasst die laufende Arbeit des FSB zusammen und baut auf den Empfehlungen von 2023 und dem Peer Review ihrer Umsetzung von 2025 auf.

Der Markt. Mitte 2026 beziffert das FSB den Gesamtwert aller Stablecoins auf rund 300 Milliarden Dollar, praktisch unverändert gegenüber dem Vorjahr, 99 Prozent davon an den US-Dollar gebunden. Stablecoins dienen weiterhin vor allem als Liquidität für Ein- und Ausstieg und Handel an Kryptomärkten; in manchen Schwellen- und Entwicklungsländern auch als Wertaufbewahrung.

Warum Emittenten keine Banken sind. Eine Bank kennt ihre Einleger und steuert Abflüsse mit Blick auf die ganze Bilanz. Ein globaler Stablecoin-Emittent weiß möglicherweise nicht, wer seine Verbindlichkeiten hält, wo diese Halter sitzen oder wo Rücknahmen anfallen werden, während Reserven und Rechtsschutz der Halter in bestimmten Jurisdiktionen verankert bleiben. Rund um die Uhr laufender Sekundärhandel könnte einen Ausverkauf beschleunigen, wenn Rücknahmen nicht nachkommen – oder per Arbitrage die Bindung stabilisieren.

Der Multi-Issuer-Fall. Wo verbundene Emittenten gemeinsam für einen Coin haften, aber getrennte Reserven halten, können Halter womöglich bei jedem Emittenten einlösen. Die Nachfrage könnte sich dann auf eine einzige Einheit konzentrieren, und der grenzüberschreitende Ausgleich der Reserven könnte unter Stress versagen. Lässt sich der Sitz der Halter nicht feststellen, kann unklar sein, welcher Emittent was schuldet – und im Insolvenzfall, welches nationale Recht gilt.

FSB zeigt, wie ein Run auf globale Stablecoins Grenzen überschreiten könnte
FSB zeigt, wie ein Run auf globale Stablecoins Grenzen überschreiten könnte — Coin Brief

Regulatorische Lücken. Das Zusammenspiel der Regelwerke über Grenzen hinweg, einschließlich des Umgangs mit im Ausland emittierten Stablecoins, ist in vielen Jurisdiktionen unklar oder undefiniert. Das habe komplexe Strukturen und Aufsichtsarbitrage begünstigt; manche Emittenten sitzen in schwach oder gar nicht regulierten Ländern. Globale Stablecoins und nationale Regeln seien unter schwerem Stress unerprobt.

Daten. Behörden stützen sich meist auf private Anbieter von Blockchain-Daten mit unterschiedlichen Methoden – mit Risiken für Vergleichbarkeit und Glaubwürdigkeit. Manche Grenzen sind strukturell, etwa pseudonyme öffentliche Blockchains; andere, etwa vorhandene, aber nicht offengelegte Daten, sind lösbarer.

Wie es weitergeht. Die Notiz schlägt vor, Tiefe und Struktur der Sekundärmärkte sowie die geografische Verteilung von Beständen, Rücknahmen und Reserven zu beobachten, und nennt drei Arbeitsfelder: Überwachung grenzüberschreitender Schwachstellen, Zusammenarbeit und Informationsaustausch über Grenzen sowie Planung für Notlage oder Ausfall eines globalen Stablecoin-Arrangements.

Quelle: FSB, „Global Stablecoin Arrangements: Cross-border vulnerabilities and financial stability monitoring“ — https://www.fsb.org/2026/10/global-stablecoin-arrangements-cross-border-vulnerabilities-and-financial-stability-monitoring/