Alpenglow läuft im Devnet von Solana, ein Mainnet-Termin fehlt
Alpenglow, das Konsensprotokoll, das Solanas Tower BFT ablösen soll, läuft jetzt im Entwicklernetz. Anza, das Unternehmen hinter Solanas wichtigstem Validator-Client, hat die Umstellung des Devnet am 25. September angekündigt, einen Tag nachdem das Testnet seinen Wechsel abgeschlossen hatte, wie CoinDesk berichtet. Das Übergangs-Dashboard der Solana Foundation führt Alpenglow im Devnet als aktiv, ab dem Genesis-Slot 504.148.999.
Ziel ist eine Finalität von rund 150 Millisekunden statt etwa 12,8 Sekunden im heutigen System. Validatoren tauschen Stimmen künftig direkt aus, statt sie als Transaktionen in Blöcke zu schreiben, und die Einigung braucht eine oder zwei Abstimmungsrunden. Das Dashboard liefert einen ersten Live-Wert. Als wir es am Morgen des 26. September öffneten, zeigte es im Devnet 13 Zertifikatsunterzeichner, eine zuletzt beobachtete Finalität von 322 Millisekunden und einen Anteil von Tower-Votes an den Blocktransaktionen von 0 Prozent - die alten Vote-Transaktionen sind verschwunden. Das Devnet ist ein Testnetz mit wenigen Validatoren und wertlosen Tokens; keine der Zahlen sagt viel über das Mainnet, und die 150 ms bleiben ein aus Simulationen abgeleitetes Ziel.
Einen Starttermin im Mainnet gibt es nicht. Anzas Release-Plan erlaubt vorläufig ab dem
- September wieder Feature-Aktivierungen, nennt dieses Datum aber nicht als Termin für Alpenglow.

Was das bedeutet
Unmittelbar trifft die Umstellung die Daten, nicht die Nutzer. Weil Stimmen heute als Transaktionen zählen, werden Solanas Gesamtzahlen deutlich fallen, sobald Alpenglow im Mainnet ist - auch bei unveränderter Nutzung. Die Stiftung hat Datenanbieter aufgefordert, ihre Vergleiche anzupassen. Jedes Dashboard, jeder Bericht und jede Anlagethese, die auf rohen Transaktionszahlen beruht, braucht zum Umstellungstag einen Bruch in der Zeitreihe.
Für Entwickler gilt laut Stiftung: Anwendungen, die nur Transaktionen senden und Kontostände lesen, müssen nichts migrieren. Indexer und alles, was Transaktionshistorien rekonstruiert, dagegen schon: Bis sich das Netz auf einen Block festlegt, müssen konkurrierende Kandidatenblöcke getrennt gehalten werden, sonst entsteht ein falscher Datensatz. Börsen und Zahlungs-Apps sollten zudem bedenken, dass schnellere Finalität im Konsens ihre eigenen Regeln für Einzahlungsbestätigungen nicht automatisch verkürzt - die legen sie selbst fest, und dafür braucht es eine bewusste Entscheidung, sobald es Zahlen aus dem Mainnet gibt.