Stablecoin-Karten: Rekord von 1,17 Mrd. Dollar im September, weniger Zahlungen
Die Ausgaben mit stablecoin-gebundenen Zahlungskarten erreichten im September rund 1,17 Milliarden Dollar – der höchste Monatswert in den Daten von Paymentscan und schon mehr als im gesamten August, berichtet CryptoSlate. Visas Krypto-Chef Cuy Sheffield beschrieb das Segment als im „Hyperwachstum“, weil Herausgeber Dollar-Token an bestehende Kartennetze anbinden, statt darauf zu warten, dass Händler Krypto akzeptieren.
Das Wachstum kam ohne mehr Zahlungen. Paymentscan zählte im September 11,0 Millionen Transaktionen, etwas weniger als 11,07 Millionen im August; der rechnerische Durchschnittskauf liegt damit bei etwa 107 Dollar. Auch die aktiven Adressen gingen zurück, auf 283.761 von 287.634 – die Zahl ist aber unvollständig: Paymentscan zählt Adressen, nicht Menschen, und RedotPay, das größte erfasste Programm, meldet keine aktiven Adressen.
On-Chain erfasste Paymentscan im September 788,9 Millionen Dollar Kartenausgaben über alle Netzwerke. Base lag mit 216,8 Millionen Dollar oder 27,5 % vorn, gefolgt von Optimism mit 127 Millionen und Solana mit 109,3 Millionen. Stellar verarbeitete 69,3 Millionen, Polygon 50,9 Millionen, Ethereum 49,5 Millionen und Plasma 38,3 Millionen; 127,8 Millionen verteilten sich auf elf weitere Chains. Die Gesamtsumme ist höher, weil manche Programme Clearing- oder Abwicklungsdaten außerhalb der Chain melden.
Bei den Kartenprogrammen führte RedotPay mit 401,9 Millionen Dollar in den letzten 30 Tagen, hochgerechnet rund 4,9 Milliarden pro Jahr. Es folgten EtherFi mit 127,4 Millionen und KAST mit 113,1 Millionen, dann Karta und Wirex One mit 48,7 und 46,9 Millionen. Das Wachstum war ungleich: Das 30-Tage-Volumen von RedotPay stieg um 3 %, das von Wirex One um 40,1 %.
CryptoSlate verweist auf die Einschätzung von Tiger Research, die schwierigere Frage sei, ob Kartenherausgeber aus Umsätzen eine Hauptbankverbindung machen können. Gehaltseingänge und laufende Rechnungen liegen weitgehend außerhalb ihrer Reichweite.

Warum das wichtig ist
Über bestehende Kartennetze umgehen Stablecoins das Akzeptanzproblem bei Händlern, das Kryptozahlungen gebremst hat. Eine Milliarde Dollar im Monat ist neben dem weltweiten Kartenvolumen noch wenig, und weniger, aber größere Zahlungen deuten eher auf intensivere Nutzung durch bestehende Kunden als auf eine Welle neuer hin.