XLS-0096: XRPL-Token kann nicht zugleich vertrauliche Salden und Transfergebühr haben
Der Entwurf des Standards für vertrauliche Übertragungen von Multi-Purpose Tokens auf dem XRP Ledger, XLS-0096, hat am 2. November einen neuen FAQ-Eintrag erhalten, der eine Abwägung beschreibt, die Emittenten vorab treffen müssen. Die im Januar angelegte und nun auf den 22. Oktober datierte Spezifikation legte schon in Abschnitt 6.4 fest, dass eine Emission keine TransferFee über null mit dem Flag lsfMPTCanHoldConfidentialBalance verbinden kann. Der neue Eintrag A.15 erklärt, warum diese Wahl praktisch endgültig ist.
Sind vertrauliche Salden für eine Emission einmal aktiviert, lässt sich das Flag nicht mehr abschalten; die Emission kann danach nie eine Transfergebühr über null erheben. Umgekehrt muss eine Emission mit Transfergebühr diese auf null senken, bevor vertrauliche Salden eingeschaltet werden können, und das geht nur, wenn die Gebühr bei der Erstellung des Tokens nicht als unveränderlich festgelegt wurde. Andernfalls müsste der Emittent eine neue Emission anlegen.
Der Eintrag rät Emittenten, die prozentuale Gebühren auf Übertragungen erheben wollen, sich vor dem Einschalten vertraulicher Salden zu entscheiden, und verweist für die Begründung auf Abschnitt 14.4. An anderer Stelle hält der Entwurf fest, dass sein Design auf EC-ElGamal über secp256k1 beruht, das nicht als quantensicher gilt.

Was das bedeutet
Es handelt sich um Dokumentation, nicht um eine Protokolländerung, und XLS-0096 ist weiterhin ein Entwurf. Aus einer im Text versteckten Regel wird aber eine Produktentscheidung, die Emittenten beim Start treffen: Ein Token kann private Salden haben oder ein Erlösmodell über Transfergebühren, nicht beides, und die Wahl ist eine Einbahnstraße.